3. December 2020

Dominik räumt Platz für Ricco

Ricco Zeh (vorne) kann sich in seinem neuen Amt auch auf den Beistand seines Vater Horst und von Mannschaftsbetreuer Willi Popp (oben, von rechts) verlassen.

Von Peter Langer

Dominik Zeh fiel die Entscheidung nicht leicht. Nach Gesprächen im Familienrat kam er aber zu dem Schluss, dass die Zeit reif für diesen Schritt war. Nach zwölf Jahren als Bundesliga-Ringer beim SV Hallbergmoss und ASV Hof sowie zwei Trainer-Jahren wollte er sich diesen Rückzug gönnen. „Bei mir drehte sich seit meiner frühesten Jugend fast alles ums Ringen. Anders wäre diese Karriere gar nicht möglich gewesen.“
Zeh wurde zwei Mal deutscher Meister und stieß dabei das deutsche Ringer-Denkmal Alexander Leipold vom Sockel. Sein größter internationaler Erfolg war der Gewinn des 69-kg-Titel bei der Militär-Weltmeisterschaft im Jahre 2000.
Zeh will jetzt andere Prioritäten setzen und vor allem mehr Zeit für seinen gerade ein Jahr alt gewordenen Sohn haben. „Die Familie kam immer zu kurz.“ Ein endgültiger Abschied vom ASV wird dieser Schritt aber nicht sein. „Ich bleibe dem Verein natürlich verbunden, aber ich gebe Verantwortung ab.“
Die übernimmt jetzt sein jüngerer Bruder Ricco. Der 29-Jährige ist B-Schein-Inhaber und damit als Trainer sogar höher qualifiziert als Dominik, der „nur“ den C-Schein hat, aber als langjähriger Bundesliga-Ringer natürlich viel Professionalität in den Job mitgebracht hatte. Der neue ASV-Coach geht seine Aufgabe mit großer Begeisterung an. „In der Bundesliga war der Erfolgsdruck schon sehr hoch. Wir werden jetzt kleinere Brötchen backen.“ Schon mit 17 stieg er ins Trainergeschäft ein und hat seitdem weit über 5000 Stunden absolviert. Ricco war früher auch aktiver ASV-Ringer, aber längst nicht so erfolgreich wie Dominik. Der tröstet ihn. „Macht nichts. Ein guter Trainer muss nicht unbedingt auch ein erfolgreicher Athlet gewesen sein.“
Ricco will den Neuanfang mit möglichst vielen Ringern aus den eigenen Reihen gestalten. Auch frühere Kameraden, die derzeit für andere Vereine kämpfen, hat er im Visier. „Ich werde sie ansprechen und fragen, ob sie mir helfen.“
Ob der ASV Hof in der Landes- oder Bayernliga antritt, ist für Ricco Zeh eher zweitrangig. „Wir wollen guten Sport bieten und hoffen, dass uns die Fans die Treue halten.“ Dass die Bundesliga-Stars der vergangenen Jahre nicht mehr bei ihm ringen werden, ist ihm klar. Als ersten Abgang meldet der Verein Artur Omarov, der sich dem AC Lichtenfels anschließt.