23. August 2017

120 Jahre ASV Hof

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Vereinsgründer Heinrich Dressel (Foto: Archiv ASV Hof)

Erfolgreicher Traditionsverein feiert Geburtstag

120 Jahre ASV Hof

Eigentlich ein Grund für eine große Geburtstagstorte mit eben 120 Kerzen. Nicht so beim ASV Hof. Präsident Wolfgang Fleischer: „Wir haben im Vereinsausschuss lange über dieses Jubiläum gesprochen und eine mögliche Feier oder verschiedene Aktionen diskutiert. Letztendlich hat der Vereinsausschuss einstimmig entschieden, dass es diese Feiern in fünf Jahren zum 125. Jubiläum geben wird und dass wir das 120. Jubiläum der Vereinsgründung im Rahmen der Oberligasaison thematisch aufarbeiten werden. Im Übrigen wird der ASV Hof – wie seit vielen Jahrzehnten – seine gesamte Kraft in die Nachwuchsarbeit stecken“.
Eine Entscheidung, die genau in das Handeln und Wirken des ASV Hof in den letzten Jahrzehnten passt, obwohl der Verein nicht bescheiden sein müsste, kann er doch erhebliche Erfolge aufweisen.
In der Gesamtschau kann der ASV Hof auf bewegte 120 Jahre mit vielen Höhen und Tiefen zurückblicken. Diese 120 Jahre sollen mit dem nachstehenden kurzen Auszug aus der Vereinschronik abgebildet werden.

Besonderer Gründungstag
Am 29. Februar 1896 gründete der Hofer Porzellanmacher Heinrich Dressel den 1. Stemmklub Hof. Zu Beginn wurde hier Ringen und Gewichtheben betrieben. In den Anfangsjahren hatte man jedoch damit zu kämpfen sich in der Öffentlichkeit zu etablieren, da die Mitgliedschaft in einem Sportklub, trotz der sportlichen Revolution, von der Gesellschaft noch nicht anerkannt wurde.

So hielt man zur damaligen Zeit Angehörige eines Vereins für Sauf- und Raufbolde. Da den Sportlern deshalb keine Turnhalle bereitgestellt wurde, trainierte man oft in Wirtshäusern oder ähnlichen eher ungeeigneten Trainingsstätten. Entgegen dieser Schwierigkeiten konnte man den 1. Stemmklub Hof durch gute Vereinsarbeit und sportliche Leistungen schnell zum Erfolg führen. Bedeutendster Sportler dieser Zeit war der Schwergewichtler Karl Hertel. Er wurde 1913 Vizeweltmeister und qualifizierte sich 1916 für die olympischen Spiele, welche unglücklicherweise aufgrund des Krieges abgesagt wurde.

Zusammenschluss mehrerer Vereine
In den Folgejahren entstanden weitere Athletiksportvereine in Hof: der Sportklub Brunonia (1906), der Kraftsportklub Armin (1909), der Kraftsportklub Germania und der Ring- und Stemmklub Hof. Durch die große Anzahl der Vereine waren jene dementsprechend sehr mäßig mit Sportlern besetzt. Aus diesem Grund schlossen sich am 21. Februar 1914 der 1. Stemmklub Hof, der Kraftsportklub Germania und der Ring- und Stemmklub Hof zum heutigen Athletiksportverein Hof 1896 e.V. zusammen. Durch diese Vereinigung konnte man zeitnah beachtliche sportliche Erfolge feiern.

Erschütterung des Vereinslebens durch den 1. Weltkrieg
Durch den 1. Weltkrieg bekam der Verein einen grausamen Rückschlag. Nur ein Bruchteil der Sportler kehrte heil nach Hause zurück, viele Familien litten aufgrund der Armut Hunger und fürchteten um ihre Existenz. Dementsprechend rückte der Verein vollkommen in den Hintergrund und stand sportlich vor dem Nichts. Nach dem Kriegsende im Jahre 1918 leiteten Albin Sammer, Fritz Schubert und der neu fungierende Vorstand Arno Koch den Verein. Aufgrund der weltverbreiteten Geldnot war dies ein schwieriges Unterfangen. Umso beachtlicher, dass sie den Verein nach wenigen Jahren wieder stabilisieren konnten. Im Jahr 1923 gründeten die Funktionäre eine Boxabteilung. Der bekannteste Boxer des Vereins dieser Zeit war Oskar Schiffner, der Deutscher Vizemeister wurde.

Sportliche Erfolge prägen die Zeit zwischen den Weltkriegen
1924 und 1926 war der Athletiksportverein jeweils sächsischer Meister und durfte um die Deutsche Meisterschaft kämpfen. Teil dieser Mannschaft war der Hammerwerfer als auch Ringer Erhardt Bleyer, welcher das Vereinsleben noch bis in die 1980er Jahre prägte. Einen Meilenstein setzte Bleyer im Jahre 1926 als er mit neuem Landesrekord Deutscher Meister im Hammerwerfen wurde. Bei seiner Ankunft am Hofer Hauptbahnhof wurde er unter gigantischem Jubel von zahlreichen Hofern empfangen. Seine sportliche Karriere musste der erfolgreiche Sportler nach einer schweren Armverletzung im Jahre 1936 aufgeben und begleitete den ASV Hof seitdem ehrenamtlich. Ein großer Event in der Vereinsgeschichte war der Ringer-Länderkampf zwischen Deutschland und Dänemark im Jahr 1939. 4000 Zuschauer bejubelten in der Freiheitshalle einen klaren Sieg der deutschen Mannschaft. Angesichts dieser Austragung konnte sich Hof wiederum als Ringerhochburg beweisen.

Zweiter Niedergang des ASV Hof
Kaum hatte sich der Athletiksportverein Hof 1896 e.V. von der Not des 1. Weltkriegs erholt, brach schon der nächste über ihn ein. Wieder erlitt man zahlreiche Verluste an Sportlern, erneut geriet der ASV Hof 1896 e.V. aufgrund der immer schwierigeren Lebensumstände in Vergessenheit. 1945 begann der zweite Wiederaufbau. Ausschlaggebenden Anteil daran hatten vor allem Arno Koch und Erhardt Bleyer.

Ära Heinz Heller und Martin März
Schon bald hatte der ASV Hof wieder eine Mannschaft, die unter der Leitung Erhardt Bleyers stand. Im selben Jahr begann die sportliche Laufbahn des Heinz Heller. Zuerst startete er für die Jugendmannschaft. Als er anschließend zur Männermannschaft wechselte, verlor er ab dort kaum einen Kampf. 1954 wurde er Deutscher Meister im Leichtgewicht. Diesen Erfolg honorierten Tausende Hofer bei seiner Ankunft in seiner Heimatstadt. Ähnlich erfolgreich wie Heinz Heller war auch Martin Merz, der 1946 zum Verein stieß. Er verfehlte den Deutschen Meistertitel in der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm nur knapp. In seiner Karriere, die er im Alter von 41 Jahren beendete, konnte er unzählige Siege für den ASV Hof 1896 e.V. erringen und verhalf seinem Verein zuletzt zum Aufstieg in die Bayernliga. Martin Merz ist heute noch beim ASV Hof im Vereinsausschuss tätig, steht immer noch mit Rat und Tat zur Seite und erhält im Jubiläumsjahr eine Ehrung für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Top-Veranstaltungen in der Hofer Freiheitshalle
Höhepunkte in der Vereinsgeschichte waren die Jahre 1955 und 1956. Vor überfüllter Freiheitshalle wurden 1955 die Deutschen Ringermeisterschaften abgehalten. Fast jeder war davon überzeugt, dass Heinz Heller vor heimischem Publikum seinen zweiten Deutschen Meistertitel erringen wird. Zum Entsetzen aller Zuschauer musste er im Finale eine knappe und sehr umstrittene Niederlage hinnehmen. Im selben Jahr veranstaltete der ASV Hof einen Länderkampf zwischen Deutschland und Frankreich. Diese Veranstaltung lockte erneut viele Anhänger des Ringkampfsports nach Hof. Aufgrund der hervorragenden Organisation erhielt der ASV Hof den Zuschlag zur Ausrichtung des Länderkampfs zwischen Deutschland und der Türkei im Oktober 1956, der ebenfalls in der Freiheitshalle ausgetragen wurde. Auch dieses Ringerfest war trotz der Niederlage Deutschlands ein voller Erfolg. Vor über dreieinhalbtausend Zuschauern besiegte die türkische Ringerauswahl die deutsche Nationalstaffel nach durchwegs spannenden Kämpfen im griechisch-römischen Stil. In dieser Ringersaison konnte die erste Männermannschaft des ASV Hof auch den Aufstieg in die Bayerische Oberliga feiern. Wegen dieser Nationalen und Internationalen Austragungen als auch wegen des Aufstiegs in das Bayerische Oberhaus galt der ASV Hof 1896 e.V. spätestens ab jetzt als Ringerhochburg. Nach weiteren erfolgreichen Jahren der Ringermannschaft in den oberen Bayerischen Ligen wurden dem Verein schließlich die Ausscheidungskämpfe für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio zugeteilt. Diese dienten zur Ermittlung der gesamtdeutschen Mannschaft aus DDR und BRD und stellte für den Verein das größte Highlight der 60er Jahre dar.

Ära Horst Zeh beginnt
Seit den 70er Jahren taucht in der Vereinsgeschichte immer wieder ein Name auf: Horst Zeh. Seine sportliche Karriere begann er im Jahr 1964, als ihn ein Freund zum Training mitnahm. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich Horst Zeh zu einem hervorragenden Spitzenringer, was an seinen unzähligen Bayerischen Meisterschaftstiteln zu erkennen ist. Für den ASV Hof war Zeh als Mannschaftsringer in der Bayerischen Oberliga stets ein Punktegarant. Trotz einiger lukrativen Angebote von Bundesligavereinen hielt Horst Zeh als Ringer dem Verein immer die Treue.
Horst Zeh agiert ab 1973 als Trainer und leitete damit die sportliche Blütezeit des ASV Hof ein. So brachte er nicht nur unzählige Bayerische, sondern auch über ein Dutzend Deutsche Meister hervor. Seine sportliche Laufbahn beendete er schließlich 1990. An Niederlagen seinerseits kann sich kaum jemand erinnern. Noch heute steht der langjährige Bayerischer Landestrainer mindestens dreimal in der Woche auf der Ringermatte für alle Ringer von groß bis klein zur Verfügung.

75 Jahre ASV Hof
Der ASV Hof feierte vom 19. bis 20. März sein 75-jähriges Bestehen in der Bürgergesellschaft Hof. Zur Feier trug man einen Freundschaftskampf gegen den AC Lichtenfels aus. Oberbürgermeister, Vereine als auch Verbände gratulierten und spendeten Lob aufgrund des langjährigen Bestehens. Außerdem wurden einige bedeutende Mitglieder für ihre hervorragende ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet.

Strukturveränderungen in den 70er Jahren
Ab 1976 meldete der Verein eine 2. Männermannschaft an, was der erfolgreichen Nachwuchsarbeit der letzten Jahre zu verdanken ist. Im selben Jahr wird eine Gymnastikgruppe gegründet, die sich bis heute einmal wöchentlich zum gemeinsamen Sport trifft. Eine Satzungsänderung erlaubte nun auch Frauen Mitglieder im Verein zu werden. 1980 erhielt der ASV Hof den Zuschlag die Deutschen Meisterschaften der Männer im freien Stil auszurichten. Vor gewohnt überfüllter Freiheitshalle gingen mit Peter Stettinius, Horst Zeh und Wolfgang Grünert drei Hofer Ringer an den Start. Die Krönung aus Sicht des ASV war die Vizemeisterschaft von Peter Stettinius. Horst Zeh belegte den siebten Platz, Wolfgang Grünert wurde elfter. Im selben Jahr gelang es der Mannschaft des ASV Hof erstmals die Aufstiegskämpfe zur zweiten Bundesliga zu bestreiten. Leider unterlag die Hofer Staffel dem TSV Aichach und verblieb damit in der Bayerischen Oberliga.

Fokus Nachwuchsarbeit
Die Stadt Hof stellte 1981 dem ASV Hof eine Trainingshalle an der Schule am Theresienstein zur Verfügung. Mit dem Bau der Halle ging ein Wunsch in Erfüllung, da die Aktiven seitdem täglich trainieren können und das kräftezehrende Mattenauf- und abbauen nicht mehr erforderlich machte. In der höchsten Bayerischen Liga verweilte der ASV Hof noch einige Jahre und kämpfte immer um die oberen Tabellenplätze. 1983 übernahm Heinz Gebhardt die Vorstandschaft des verstorbenen Sportfreunds Christian Greim. Im selben Jahr wurde ein Vergleichskampf gegen den Bundesligisten Schifferstadt, der mit Weltklasseathleten in Hof antrat, ausgetragen. Ein Freundschaftskampf auf internationalem Niveau wurde 1985 gegen Slavoj Masny Pilsen ausgetragen. Ebenfalls seit 1985 kämpft die zweite Mannschaft in der Bayernliga, was wiederum auf die über Jahre andauernde erfolgreiche Jugendarbeit des Vereins unterstreicht.

Aufstieg in die 2. Bundesliga
Mit diesem Fundament an Ringern konnte man 1989 ohne Niederlage Bayerischer Mannschaftsmeister werden. Nun stand erneut ein Aufstiegskampf zur zweiten Bundesliga an. Im Hinkampf beeindruckte die Hofer Mannschaft mit einem 23,5:14;5-Sieg gegen den Vertreter der Regionalliga Baden-Württemberg, dem ASV Kornwestheim das heimische Publikum. Somit reichte die 21:15 Niederlage in Kornwestheim zum Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Höhen und Tiefen in den 90er Jahren
1990 war ein sportliches Triumphjahr für den ASV Hof. Neben zehn Bayrischen Meistertiteln errang man ebenfalls auf Deutscher Ebene einige Titel. Andreas Wandersee und Dominik Zeh wurden jeweils Deutscher Meister in der Jugend. Bei den Junioren wurde Thomas Krauß Vizemeister, genauso wie Christian Hemme. Nach diesen Erfolgen startete man motiviert, voller Elan und mit zwei Neuzugängen in das Abenteuer zweite Bundesliga. Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass die Konkurrenten in dieser Klasse schon Erfahrung in der ersten Bundesliga sammeln durften und einen starken Unterschied zu den Gegnern aus der vergangenen Oberligasaison darstellten. Im gesamten Ligaverlauf konnte der ASV Hof nur einen Kampf gewinnen, was den Abstieg in das Bayerische Oberhaus bedeutete. Die Enttäuschung ließ man sich jedoch nicht anmerken. So konnten die Hofer Ringer schon zwei Jahre nach dem Abstieg aus der zweiten Liga erneut den Meistertitel in der Oberliga feiern. Im dritten Anlauf zur zweiten Bundesliga wurde die Staffel von Horst Zeh jedoch vom AB Aichhalden geschlagen. Niemand hätte geglaubt, dass die Jahre 1993 und 1994 die erfolglosesten des ASV Hof werden sollten. Mit dem Ziel eines oberen Tabellenplatzes startete man wieder in die Oberligasaison. Zum Entsetzen aller Sportler, Anhänger und Fans fand man sich zum Ende des Jahres auf dem letzten Tabellenplatz wieder, was zur Folge hatte, dass der Verein nun eine Klasse tiefer, nämlich in der Bayernliga startete. Die Enttäuschung saß tief, jedoch sollte es noch schlimmer kommen.

Abstieg statt Aufstieg
Das erklärte Saisonziel Wiederaufstieg konnte die Mannschaft nicht erreichen, denn sie machten die Rechnung ohne die Konkurrenten in der Bayernliga, die sich massiv mit fremden Ringern verstärkten. Diese Aufrüstung war so intensiv, dass Fachleute der Bayernliga ein höheres Niveau als der Oberliga nachsagten. Auch Ausfälle und Verletzungen einiger Punktegaranten des ASV Hof trugen dazu bei, dass der Verein am Ende der Serie Tabellenletzter war und den Abstieg in die Landesliga in Kauf nehmen musste. Zwei Jahre nach den Aufstiegskämpfen in die zweite Bundesliga fand sich der Athletiksportverein Hof in der Landesliga wieder. Im Januar 1995 wurde Wolfgang Fleischer mit 29 Jahren zum jüngsten Vorsitzenden in der Vereinsgeschichte gewählt. Der bisherige Vorsitzende Heinz Gebhardt wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1996 – 100 Jahre ASV Hof
Mit den vielversprechenden Nachwuchstalenten Andreas Wandersee, Benedikt Schmitt, Dominik Zeh und Christian Wolfrum als auch den gebliebenen Leistungsträgern der letzten Jahre beendete man ohne Niederlage die Landesligasaison und gewann die Aufstiegskämpfe in die Bayernliga. Dieser Geburtstag wurde unter anderem mit einem großen Festabend mit hochwertigem Rahmenprogramm gefeiert.

Kampf gegen Abwanderung der Top-Nachwuchsringer
Außerdem richtete der Verein die Deutsche Meisterschaft der Junioren im freien Stil mit dem Hintergrund, dass ein Hofer Ringer bei dieser Meisterschaft teilnehmen kann, aus. Dominik Zeh beherrschte all seine Gegner und wurde in seiner Heimatstadt Deutscher Meister. In den nächsten Jahren kämpfte die erste Mannschaft des ASV Hof in der Bayernliga und in der Bayerischen Oberliga. In dieser Zeit wechselten einige Talente wie beispielsweise Dominik Zeh und Christian Wolfrum zu Bundesligisten, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Um dieser Abwanderung entgegenzusteuern, beschlossen die Verantwortlichen des ASV Hof, zwar die Jugendarbeit weiter stark zu fokussieren, aber zudem mit der ersten Mannschaft den Schritt in die höheren Ligen zu wagen. Der Weg dorthin führte nur über die Verpflichtung von Ringern.

Abenteuer Bundesliga – nur mit auswärtigen Sportlern möglich

So verstärkte sich der ASV Hof mit den Jahren nach und nach mit fremden Ringern. 2004 gelang schließlich der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Wie geplant konnten nun einige Nachwuchsringer in der ersten Mannschaft Bundesligaluft schnuppern. Nebenbei verstärkte man sich auch weiterhin mit auswärtigen Sportlern. Schon 2006 stieg der Verein mit diesem Konzept in die höchste deutsche Ringerliga auf. Im selben Jahr, in dem der ASV seinen 110. Geburtstag feierte, wurde die Deutsche Meisterschaft der Männer im freien Stil ausgerichtet. Zehn Jahre nach seinem Deutschen Meistertitel in Hof wurde Dominik Zeh, der in Hof das Ringen erlernte, Deutscher Vizemeister der Männer. Äußerst beachtlich war, dass zu dieser Zeit die zweite Männermannschaft des Vereins, die ausschließlich mit eigenen Ringern antrat, in der Bayernliga kämpfte. So konnten sich die Sportler in der zweiten Mannschaft entwickeln und sich immer wieder für das Bundesligateam empfehlen. Ein Beispiel hierfür ist Ramsin Azizsir, der über die Bayernliga und vielen Einsätzen in der Bundesliga zum Weltklassesportler heranreifte. Er konnte sich neben mehreren Deutschen Meistertiteln auch die Europameisterschaft der Junioren im Jahr 2009 erringen sowie die Bronzemedaille bei den ersten Euro-Games 2015 in Baku erkämpfen. Nach dem Verlust der Jahnhalle, die über Jahre hinweg eine optimale Wettkampfstätte darstellte, und durch strukturelle Veränderungen in den Ligen des Deutschen Ringer-Bundes, war der Athletiksportverein Anfang des Jahres 2011 aus finanziellen Gründen gezwungen die Mannschaft aus der ersten Bundesliga zurückzuziehen.

ASV Hof wieder in der Bayernliga
Dieser Rückzug des ASV Hof aus der Bundesliga hatte neben einer vom Deutschen Ringer-Bund verhängten Geldstrafe, auch den Zwangsabstieg in die Bayernliga zur Folge. Die zweite Männermannschaft wurde in die Bezirksliga eingeteilt. Beide Mannschaften konnten von nun an mit Sportlern besetzt werden, die alle in Hof das Ringen erlernt haben. Die zweite Mannschaft besteht nahezu ausschließlich aus Jugendlichen, was erneut die exzellente Nachwuchsarbeit des Vereins
unterstreicht.

Nie vernachlässigte Nachwuchsarbeit beschert Titel
Ein weiterer Beleg für die seit Mitte der 70er Jahre beispielhafte und nie vernachlässigte Jugendarbeit ist der Titel bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Jugend 2012. Dort stellte die Jugendmannschaft des ASV Hof, die aus einem 14-köpfigen Kader bestand alle anderen Deutschen Nachwuchsmannschaften in den Schatten. Im gleichen Jahr stieg die erste Mannschaft als Zweitplatzierter auf und kämpft seitdem in der Bayerischen Oberliga.

Der ASV Hof heute
Im Jubiläumsjahr zählt der ASV Hof rund 340 Mitglieder mit einer Jugendquote von über 16%. Die rund 80 aktiven Ringerinnen und Ringer, die für den ASV Hof auf die Matte gehen werden derzeit von acht ausgebildeten Übungsleitern trainiert und bestens auf die anstehenden Meisterschaften und Mannschaftskämpfen vorbereitet. Bereits 4jährige trainieren einmal wöchentlich in der Ringerhalle und können sich optimal weiterentwickeln. Der ASV Hof stellt derzeit eine Jugendmannschaft und zwei Männermannschaften. Die Jugendmannschaft startet in der derzeit höchsten Bayerischen Liga und konnte im Jahr 2012 den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters erringen – der wohl größte Erfolg der Nachwuchsringer in der Vereinsgeschichte. Die zweite Männermannschaft, die immer größtenteils aus jugendlichen Nachwuchsringer besteht, kämpft aktuell in der Gruppenoberliga und die erste Mannschaft geht in der Bayerischen Oberliga, der dritten Liga im Mannschaftsringen, auf Punktejagd.

Wolfgang Fleischer, Präsident